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Wenn Strategie an der Kultur scheitert

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Viele kleine und mittelständische Unternehmen investieren heute in Strategieprozesse, Digitalisierung, neue Märkte oder Nachfolgeplanung.

Konzepte werden entwickelt, Berater beauftragt, Ziele definiert.

Und trotzdem stockt die Umsetzung.

Aus meiner 30- jährigen Beratungspraxis mit KMU kann ich sagen:

Nicht die Strategie ist das Problem,  sondern das Zusammenspiel von Konfliktkultur, Verantwortungsverständnis und Fehlerumgang.

Typische Schwachstellen im Mittelstand

1. Konflikte werden vermieden – statt geführt

In vielen KMU herrscht eine gewachsene, oft familiäre Kultur.

Das ist eine Stärke, aber auch ein Risiko.

Konflikte werden:

  • vertagt
  • indirekt ausgetragen
  • „unter vier Augen“ gehalten
  • von der Geschäftsführung entschieden, statt moderiert

Die Folge:
Themen bleiben ungelöst, Fronten verhärten sich, Entscheidungen verlieren Akzeptanz.

Nicht zu vergessen:

Unausgesprochene Konflikte kosten Energie.

Sie blockieren Veränderung, bremsen Projekte und untergraben Vertrauen.

2. Verantwortung ist unklar oder einseitig verteilt

Organigramme suggerieren Klarheit. Im Alltag zeigt sich oft etwas anderes.

Typische Muster:

  • Entscheidungen werden delegiert, aber ohne Entscheidungsbefugnis
  • Verantwortung wird nach unten abgegeben, Kontrolle bleibt oben
  • Ziele sind formuliert, aber nicht operationalisiert.

Gerade in Wachstums- oder Transformationsphasen führt das zu Reibungsverlusten.

Ohne klar definierte Rollen und Entscheidungsräume entsteht Unsicherheit.
Unsicherheit erzeugt Rückfragen, Verzögerungen und letztlich Demotivation.

3. Fehler werden personalisiert – nicht systemisch betrachtet

In vielen Unternehmen gibt es zwei Extreme:

  • Fehler werden sanktioniert oder emotional bewertet
  • Fehler werden übergangen, um Harmonie zu wahren.

Beides verhindert Lernen.


Wer Angst vor Fehlern hat, vermeidet Verantwortung.
Wer Fehler nicht reflektiert, wiederholt sie.

Gerade bei Digitalisierungs- oder Transformationsprojekten ist das fatal.

Veränderung ohne Lernkultur ist kaum möglich.

Warum Veränderung oft ins Stocken gerät

In Transformationsphasen wird die bestehende Kultur sichtbar und manchmal schmerzhaft spürbar.

Typische Gründe für das Scheitern:

  • fehlender Dialog im Führungsteam
  • Generationenkonflikte in Nachfolgeprozessen
  • unausgesprochene Machtfragen
  • Überforderung durch parallele Projekte
  • fehlende Feedbackstrukturen

Transformation bedeutet Unsicherheit und Unsicherheit verstärkt vorhandene kulturelle Schwächen.

Impulse für eine wirksame Veränderung

Veränderung beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit strukturiertem Innehalten.

1. Konflikte professionalisieren

  • Regelmäßige, moderierte Führungsgespräche etablieren
  • Sach- und Beziehungsebene trennen
  • Konflikte als Klärungsinstrument begreifen

Konfliktfähigkeit ist ein Reifegradindikator – keine Schwäche.

2. Verantwortung konkretisieren

  • Rollen schriftlich definieren
  • Entscheidungsbefugnisse klar zuordnen
  • Ergebnisverantwortung regelmäßig überprüfen

Eine einfache Leitfrage hilft:


Wer entscheidet? Wer führt aus? Wer kontrolliert?

3. Fehler als Lernschleifen nutzen

  • Projekt-Reviews nach Abschluss verpflichtend einführen
  • Fehleranalyse ohne Schuldzuweisung durchführen
  • Verbesserungsmaßnahmen dokumentieren

Leistungsstarke KMU zeichnen sich durch systematisches Lernen aus ,nicht durch Fehlerfreiheit.

4. Kultur-Check im Führungsteam durchführen

Ein strukturierter Kultur-Check kann Klarheit schaffen:

  • Wie gehen wir mit Spannungen um?
  • Wo sind Verantwortlichkeiten unklar?
  • Wie sprechen wir über Fehler?
  • Welche Werte prägen tatsächlich unser Handeln r?

Kultur ist kein „weiches“ Thema.- Sie ist ein wirtschaftlicher Hebel.

Strategien entscheiden über die Richtung und Kultur entscheidet über die Umsetzung.

Für KMU, die nachhaltig wachsen oder sich transformieren möchten, lohnt sich daher ein ehrlicher Blick nach innen bevor die nächste Maßnahme gestartet wird.

Mehr Informationen zu Bettina Schwarz finden Sie hier!

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