Ein Beitrag von Andreas Winterling
Viele Transformationsprojekte im Mittelstand starten mit Energie – und enden in Ernüchterung. Strategiepapiere werden verabschiedet, neue Tools eingeführt, Strukturen angepasst. Doch im Alltag bleibt vieles beim Alten. Woran liegt das? Und was unterscheidet Unternehmen, die Wandel erfolgreich umsetzen, von jenen, die im operativen Druck stecken bleiben?
Wir haben mit Sirri Haydar, geschäftsführender Gesellschafter der SRR Group, über Transformation im Mittelstand, Führung in KMU und die Rolle von Kultur, Struktur und KI gesprochen. Begleitet wurde sein Entwicklungsweg in den letzten vier Jahren unter anderem von Andreas Winterling (Andreas Winterling – Business Development), der strategische Impulse in Organisation und Struktur eingebracht hat.
Kurzprofil Sirri Haydar, Geschäftsführender Gesellschafter der SRR Group mit den Unternehmen:
- HS Dienstleistungen GmbH
- HS Personaldienstleistungen GmbH
- THOR Bau GmbH & Co. KG
- THOR GaLaBau GmbH & Co. KG
Adresse aller Gesellschaften: Industriestraße 12, 63533 Mainhausen
Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe: über 20 Mio. Euro
Älteste Gesellschaft: HS Dienstleistungen GmbH – aus ihr heraus entstanden die weiteren Unternehmen.
Sirri Haydar ist Gebäudereinigermeister und Vorsitzender der Meisterprüfungskommission in der Hessischen Handwerkskammer. Darüber hinaus engagiert er sich als Botschafter des Kinderhilfswerks I.C.H als Vizepräsident aktiv in sozialen Projekten. Haydar ist zudem stellvertretender Vorsitzender des Präsidialrats des Verbands „Wir Eigentümerunternehmer“ und hat einen Sitz und eine Stimme im Bau und Immobilienausschuss des Landes Hessen (VhU).
Das Interview
Herr Haydar, wofür stehen Sie als Unternehmer – jenseits von Zahlen und Wachstum?
Ich stehe für Verantwortung: Verantwortung für Mitarbeitende, für Kunden – und für die Region. Wachstum ist für mich kein Selbstzweck. Er muss strukturell und kulturell getragen sein. Wenn Organisation, Führung und Prozesse nicht mitwachsen, wird Wachstum instabil.
Unternehmertum heißt für mich: gestalten statt verwalten.
Welche typischen Herausforderungen sehen Sie aktuell in KMU?
Viele KMU arbeiten permanent am Limit. Operativer Druck, Fachkräftemangel, steigende Anforderungen. Das führt dazu, dass strategische Themen – Organisationsentwicklung, Führung, Digitalisierung – immer wieder verschoben werden.
Das Problem ist nicht fehlendes Wissen, sondern die fehlende Priorisierung. Transformation im Mittelstand scheitert selten an Konzepten, sondern an konsequenter Umsetzung.
Wie gehen Sie Transformation in Ihrer Unternehmensgruppe konkret an?
Ohne Fachjargon: Wir schaffen zuerst Transparenz: Zahlen, Abläufe, Verantwortlichkeiten. Danach klären wir Rollen und Entscheidungswege. Erst wenn diese Basis steht, investieren wir in Digitalisierung oder neue Geschäftsfelder.
In den letzten Jahren haben wir Strukturen professionalisiert, Prozesse standardisiert und Führungsebenen gestärkt. Das war kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Genau hier hat die Zusammenarbeit mit externen Impulsgebern geholfen, Dinge systematisch zu hinterfragen.
Können Sie ein typisches Beispiel aus der Praxis nennen?
Ein häufiger Fall: Ein Unternehmen wächst stark, aber Entscheidungen bleiben zentralisiert. Der Geschäftsführer ist operativ unverzichtbar. Das führt zu Engpässen und Frustration.
Auch bei uns gab es Phasen, in denen operative Themen zu stark an der Spitze hingen. Durch klare Rollenverteilung und strukturierte Führungsarbeit konnten wir Verantwortung verteilen – ohne Kontrollverlust. Das schafft Geschwindigkeit.
Wo sehen Sie die größten Denkfehler im Change Management?
Ein Denkfehler ist: „Wir brauchen nur ein neues Tool.“ Digitalisierung ersetzt keine Führung.
Ein weiterer: Kultur entwickelt sich von allein. Kultur entsteht durch Verhalten – insbesondere durch das Verhalten der Geschäftsführung. Führung in KMU ist kein Nebenjob. Sie ist Kernaufgabe.
Und schließlich: Viele unterschätzen die Zeitdimension. Organisationsentwicklung braucht Geduld und Konsequenz.
Welche drei Sofortmaßnahmen empfehlen Sie Geschäftsführern?
- Transparenz schaffen: Kennen Sie Ihre Deckungsbeiträge, nicht nur Umsätze.
- Verantwortung klären: Wer entscheidet was – schriftlich fixiert.
- Führung stärken: Regelmäßige, strukturierte Führungsrunden etablieren.
Diese Schritte kosten wenig, verändern aber viel.
Welche Rolle spielen Kultur, Führung und KI im Unternehmen?
Kultur ist das Fundament. Ohne Vertrauen und Klarheit wird jede Initiative ausgebremst.
Führung ist der Hebel. Wenn Führungskräfte unsicher sind oder keine klare Richtung haben, entstehen Reibungsverluste.
KI im Unternehmen ist für uns kein Trendthema, sondern ein Effizienzthema. In administrativen Prozessen, in Disposition, in Angebotskalkulation – überall dort kann KI unterstützen. Aber sie ersetzt keine unternehmerische Entscheidung.
Was unterscheidet Alchimedus® in der Umsetzung von anderen Ansätzen?
Alchimedus® verbindet Analyse mit Umsetzung. Es geht nicht um Konzepte, die in der Schublade landen, sondern um strukturierte Begleitung.
Der entscheidende Unterschied ist aus meiner Sicht die Systematik: Organisation wird als Ganzes betrachtet – Strategie, Struktur, Führung, Kultur. Das verhindert isolierte Maßnahmen ohne Wirkung.
Wie wichtig war externe Begleitung in Ihrer Entwicklung?
Sehr wichtig. Externe Perspektiven helfen, Betriebsblindheit zu vermeiden. In unserem Fall war die sehr gute Zusammenarbeit mit Andreas Winterling über mehrere Jahre ein strukturierender Faktor – insbesondere bei Themen wie Prozessklarheit, Rollenverteilung und strategischer Ausrichtung.
Externe Beratung ist dann sinnvoll, wenn sie nicht ersetzt, sondern befähigt. Und das hat mit Andreas Winterling wunderbar funktioniert, da er als ehemaliger Geschäftsführer im Facility Management unsere Branche und deren Themen bestens kennt. Aus der Praxis für die Praxis.
Mini-Checkliste: Drei Dinge, die KMU heute starten können
- Deckungsbeiträge pro Geschäftsfeld analysieren
- Verantwortungsmatrix erstellen (wer entscheidet was?)
- Monatliche Strategie- und Führungsrunde einführen
Einladung zum Dialog
Transformation im Mittelstand ist kein Sprint, sondern ein strukturierter Prozess. Wer Organisationsentwicklung, Führung in KMU und KI im Unternehmen ganzheitlich angehen möchte, sollte frühzeitig die richtigen Weichen stellen.
Für ein unverbindliches Erstgespräch oder einen strukturierten Transformations-Check:
Sirri Haydar
Industriestraße 12
63533 Mainhausen
Begleitend:
Andreas Winterling – Business Development
andreas@winterling-unternehmensberatung.de